Erfahrungsbericht der Paleo Convention in Berlin

Roman und Julia Gruber sind als Vertreter der Schweizerischen Paleo Vereinigung am 24.7. nach Berlin gereist, um an der ersten Paleo Convention Berlin teilzunehmen.

Die Organisatoren Leon und Paul haben zusammen mit all ihren Helfern tolle Arbeit geleistet. Herzlichen Dank an dieser Stelle für einen gelungenen Event!

Hier kommt nun Julia’s persönlicher Erfahrungsbericht, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat, sondern ihre Erlebnisse des Tages aus ihrer Sicht zusammenfasst:

Eindrücke vom Markt und den Workshops

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Unsere Event Managerin Tanja Tobler war auch vor Ort

Da ich von Lesern meines Blogs mehrfach gefragt wurde, ob ich denn berichten würde von der Convention, kommen hier ein paar Punkte vor allem aus den Vorträgen, die mir geblieben sind und die mir erwähnenswert scheinen.

Vom ganzen Drum-Herum, wie den Workshops, dem Paleo Markt und dem Essen gibt es bereits genug Berichte, wie zum Beispiel der von Pawel von Superhumanoid.

Falls du eher der Visuelle Typ bist: Eine sympathische Kurzzusammenfassung findest du im Video von welt.de

Oder wer’s ausführlicher mag, findet in diesem Video einen Rundgang über den Food Markt (ein paar der Kommentare darin sind etwas abenteuerlich, aber das Video gibt auf jeden Fall einen ausführlichen Überblick übers Essens-Angebot an der Messe):

 

Und eine ganz tolle Video Zusammenfassung der Convention inklusive der Workshops und Vorträge findest du auch im Video der Evolution Radio Show von Pawel und Julia.

 

Was ich von den Vorträgen an der Paleo Convention mitgenommen habe

Es gab einen der Redner (ich weiss leider nicht mehr wer), der sagte, dass Zuhörer eines Vortrags etwa 30% des Inhalts mitnehmen. Eventuell 40%, wenn’s ein guter Vortrag war. Mal sehen, was bei mir hängen geblieben ist! Für Fehler oder Falsch-Erinnerungen übernehme ich keine Gewähr 😉

Peter Hinojal

Der Referent und Ausbildner Peter Hinojal hat in seinem Vortrag ganz besonders das Thema Gewohnheiten und wie unser Hirn diesbezüglich funktioniert besprochen. Wenn wir 3 Mahlzeiten pro Tag zu uns nehmen, dann essen wir 1000 Mal pro Jahr. Multiplizieren wir das mit unserem Lebensalter, dann wird uns bewusst, wie stark unsere Ernährungsgewohnheiten eingebrannt sind in unser Hirn.

Um solche Gewohnheiten zu ändern, braucht es also ein starkes Ziel, eine hohe Motivation. Und er führte aus:

Logische Ziele sind nie stark genug (z.B. es wäre förderlich für meinen Blutdruck, wenn ich abnehmen), sondern emotionale Ziele sind viel stärker (ich möchte unbeschwert mit meinen Kindern herumtollen können).

Sein Vorschlag: Versuche nicht gleich alles umzustellen, sondern nimm dir erst einmal einen perfekten Tag pro Woche vor. Das steigerst du dann langsam, bis wöchentlich immer mehr perfekte Tage dazu kommen.

 

Dr. Sabine Paul

sabine paul paleo convention berlinBei der Molekular- und Evolutionsbiologin Sabine Paul ging es vor allem ums Thema Paleo Food = Brain Food. Unsere Nahrung ist wichtig für unsere Hirnleistung. Spannend fand ich ihren Hinweis aufs Kochen: man geht heute davon aus, dass Menschen ihre Nahrung seit 2 Millionen Jahren erhitzen (richtig bewiesen ist es allerdings erst, dass wir seit 800’000 Jahren kochen). Das Kochen hat bewirkt, dass wir mehr Nährstoffe aus der Nahrung ziehen können und hat uns auch Nahrung erschlossen, die im rohen Zustand ungeniessbar wäre.

Omega 3 Fettsäuren sind ja ein ganz wichtiger Nährstoff für unser Hirn, und Sabine Paul nannte 3 gute Nahrungsquellen hierfür: 1) Konchenmark. 2) Hirn. 3) Weinbergschnecken aus Freilandhaltung! Anscheinend decken 3 Weinbergschnecken bereits unseren Tagesbedarf an Omega 3.

Auch wichtige Nahrung für unser Hirn sind essentielle Aminosäuren, zur Herstellung von Gehirnbotenstoffen, ebenso wie Vitamine und Mineralien.

Als Geheimtipp nannte sie frische Gartenkräuter und Wildpflanzen, die unheimlich viele wichtige Nährstoffe liefern.

Als Störfaktoren fürs Hirn hat sie aufgezählt:

  • Farb- und Zusatzstoffe
  • Glutenhaltige Getreide und deren Produkte (die Hälfte aller ADHS-Betroffenen reagiert auf Weizen)
  • Milch

Fazit: Wir können über die Ernährung unsere Aufmerksamkeit und unsere Hirnleistung verbessern!

Adel Moussa

Im Vortrag des renommierten Ernährungs-Studien-Bloggers Adel Moussa hat mir besonders gut gefallen, dass er dargelegt hat, dass eine Ernährung, die heute für mich stimmt, vielleicht in ein paar Jahren nicht mehr für mich stimmt. Weil sich zum Beispiel mein Ziel oder meine Lebensumstände geändert haben. Deswegen sollte man ein Leben lang dranbleiben am Ernährungsthema, und gegebenenfalls die Ernährung immer mal wieder anpassen.

Als Beispiel hierfür brachte er den Fall eines Mannes, der abnehmen wollte und somit Low-Carb gegessen hat. Er hatte Erfolg bei der Gewichtsreduktion, fühlte sich viel besser und war happy. Nachdem er abgenommen hatte und sich neu verliebt hatte und mehr Ausdauersport betrieben hat, stimmte die Ernährung, die ihm so viel Erfolg beim Abnehmen beschert hatte, auf einmal nicht mehr. Er bekam Hunger auf Süsses, welchen er zuvor nie gekannt hatte. In der Situation war es also nötig, die Ernährung erneut umzustellen.

Adel Moussa nannte 3 Gründe, weshalb eine Ernährungsumstellung scheitert:

1. Die Ernährungsform passt nicht zum Ziel der Person.

2. Die Ernährungsform schmeckt der Person nicht (es bringt nichts, jemandem der lieber salzig isst, süsse Sachen zu essen zu geben).

3. Die Ernährungsform ist zu kompliziert, sowohl in der Theorie wie auch in der Umsetzung.

 

Dr. Paul Jaminet

Der Autor des bekannten Buches “The Perfect Health Diet” Dr. Paul Jaminet sprach dann über die natürliche Heilung chronischer Infekte. Er sieht chronische Infekte als Hauptursache von chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislaufbeschwerden, Diabetes, Übergewicht oder Krebs.

Besonders geblieben ist mir von seinem Vortrag, dass der LDL Cholesterinmarker ein guter Indikator sei, um mehr über den Zustand der Immunaktivität im Körper zu erfahren. Ausserdem liessen sich Rückschlüsse ziehen, ob ein Infekt bakterieller oder parasitärer Natur sei. Hohes LDL=Bakterien, niedriges LDL=Parasiten.

Was ist also zu tun, bei chronischen Infekten?

1. die Grenzen verstärken (Darm Gesundheit, Bakteriengleichgewicht)

2. Immunsystem unterstützen (biologischen Tagesrhythmus beachten, intermittierendes Fasten, Immunsystem-stärkende Nahrung zu sich nehmen)

3. Die Keime aushungern: Sich nicht überessen und regelmässig Blut spenden

Im Zusammenhang mit dem biologischen Tagesrhythmus sprach er von den sogenannten Zeitgebern, die unserem System signalisieren, wieviel Uhr es ist oder wie es reagieren soll. Dazu gehören das Licht, die Temperatur, Soziale Aktivitäten, Sport/Bewegung und Essenszeiten. So sollten beispielsweise Sport, Nahrungsaufnahme und soziale Aktivitäten tagsüber stattfinden (und dazu zählt er auch Fernsehen, da wir dort auch mit Menschen und emotionalen Eindrücken in Kontakt kommen) und abends ist Zeit für Rückzug, Intimität, Meditation.

Darryl Edwards

coventgardenstepsAutor und Fitness Trainer Darryl Edwards hat etwas in meinen Augen ganz Wichtiges gesagt: Sport soll Spass machen! Wenn eine Bewegungsform keinen Spass macht, dann soll man sich eine andere suchen. Er nennt sein Konezpt FITT (Funktional, Integrativ, Transformativ, Teamplay).

Leider war sein Vortrag ein wenig kurz, da die Zeit schon fortgeschritten war und das ganze Programm etwas hinterherhinkte. Wir haben aber ein paar Übungen zusammen gemacht, ganz nach seinem Motto „powerful, practical, playful“.

Ausserdem hat er uns von der Londoner Tube Station „Covent Garden“ erzählt. Dort gibt es eine Treppe mit 193 Stufen, vor der gewarnt wird, weil Treppensteigen einfach viel zu gefährlich ist für den heutigen Menschen!

 

So, das waren also meine unvollständigen und subjektiven Eindrücke! Und es gäbe noch viel mehr zu erzählen, von den Leuten die ich getroffen habe, vom guten Essen, den spannenden Ausstellern, dem tollen Goodie-Bag und auch dem leider etwas enttäuschenden Abendessen im Restaurant Sauvage (Zumindest aus meiner Gastronomen-Sicht waren dort der Service und der Ablauf haarsträubend schlecht. Der Fehler ist dort aber bei den Restaurantbetreibern und nicht bei den Organisatoren der Paleo Convention zu suchen!)…

Solche Kongresse sind jedenfalls immer sehr wertvoll, nicht nur wegen der Informationen, die man bekommt, sondern auch wegen des Austauschs mit anderen und dem Wissen, dass es noch mehr Leute gibt, die ähnliche Interessen haben.

Wir werden nächstes Jahr gerne wieder kommen, wenn es zeitlich drin liegt!

Ausblick auf unseren eigenen Paleo Kongress

2015-07-25 12.46.08

Roman Gruber mit Prof. Dr. Spitz

Jetzt gehen wir voll motiviert an die Weiter-Organisation unseres eigenen Schweizer Paleo Kongresses am 31. Oktober und 1. November in Pratteln.

Wir haben spannende Redner und Workshopleiter mit dabei, wie zum Beispiel Prof. Dr. Spitz (den wir auch an der Berliner Paleo Convention getroffen haben), Dr. Kurt Mosetter, Dr. Christian Larsen, Romy Dollé, Dave Dollé und Dr. Torsten Albers.

Wenn du jetzt Lust bekommen hast, selber einmal Informationen aus erster Hand zu sammeln, dich mit anderen Ernährungs- und Paleointeressierten auszutauschen und auch mit den Rednern ein paar Worte zu wechseln oder deine Fragen zu stellen, dann zögere nicht lange und hol dir dein Ticket. Wir freuen uns auf dich!

Details zum Programm und Tickets findest du unter www.paleokongress.ch

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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Liebe Julia, vielen Dank für das tolle Feedback. Und big sorry für die Abendveranstaltung. Das war auch aus unserer Sicht ein großer Fehler und Reinfall.

    Nächstes Jahr dafür besser!

    LG Leon + Iris

    1. Liebe Iris und lieber Leon
      Danke für eure Nachricht und ist ja auch gut, wenn noch nicht alles top war, dann gibt’s noch Steigerungspotential! Ihr habt das wirklich toll gemacht und wir sind schon gespannt auf nächstes Jahr!
      Liebe Grüsse
      Julia

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